Contergan - Eine einzige Tablette
Regie: Adolf Winkelmann
Cast: Katharina Wackernagel, Benjamin Sadler, Hans-Werner Meyer, Caroline Peters, Dörthe Lyssewski, Matthias Brandt, Bernd Stegemann, Jürgen Schornagel, Peter Fitz, August Zirner, Sylvester Groth, Karl Fischer, Rainer Goernemann, Laura Tonke, Ernst Stötzner, Olivia Magnani u.v.a.
Ende 1957 kommt das Schlafmittel Contergan auf den Markt. Es gilt als Wundermittel, denn obwohl eine Schlaftablette, soll es keine letale, tödliche Dosis haben. Das Schlafmittel wird ein gigantischer Erfolg, behauptet rasch die Hälfte seines Marktes in Deutschland und wirft Milliardengewinne ab. Kaum neun Monate nach der Markteinführung wird das erste contergangeschädigte Kind geboren. Denn wegen der fehlenden letalen Wirkung wurde es besonders gerne Schwangeren verschrieben, die unter Schlafstörungen litten. In Anlehnung an wahre Begebenheiten wurden die Aufsehen erregenden Ereignisse von damals jetzt zum Gegenstand einer packenden Tele-Fiktion:
Auch Vera Wegener (Katharina Wackernagel) bekommt von ihrem Hausarzt Contergan verschrieben. Denn die familiären Belastungen wachsen ihr über den Kopf. Dabei hatte alles so wunderbar begonnen: Einweihung der eigenen Kanzlei ihres Mannes Paul (Benjamin Sadler), dem brillanten, aufstrebenden Anwalt und dessen Sozius Horst Bauer (Hans-Werner Meyer). Dessen Frau Hanne (Caroline Peters) ist wiederum auch Veras beste Freundin. Dazu kommt der Umzug in eine neue Wohnung und ein angenehmes Bauchgrimmen – ein Kind ist unterwegs! Das alles auf einmal bringt Vera an ihre Grenzen. Damals galt die Pharmazie noch als die Lösung aller Befindlichkeitsprobleme – eine Pille und die Sorgen sind perdu. Der Glaube an die Machbarkeit durch Wissenschaft und Technik war ungebrochen.
Die Wegeners hätten durch ein kleineres Scheidungsmandat, das Paul in seiner Kanzlei übernimmt, gewarnt sein können. Ein Mandant will sich von seiner Frau scheiden lassen, weil sie ihm einen schwerstbehinderten Sohn geboren hat. Paul muss Schuld nachweisen und sucht nach verschwiegenen Erbkrankheiten – oder nach Medikamentenmissbrauch. Er findet bei der Frau Contergan, kann aber keine Ursächlichkeit zur Behinderung des Kindes feststellen. Zu Hause spricht er nicht von dem für die Kanzlei eher nebensächlichen Fall. So erfährt er nicht, dass Vera eine einzige Tablette Contergan nimmt – und die Packung dann verstaut, vergisst...
Dann wird Pauls und Veras Tochter geboren – ohne Arme und mit einem verkürzten Bein.. Der Schock angesichts des hilflosen, behinderten Säuglings ist grenzenlos – und rasch werden Vorwürfe laut. Das Wort Contergan fällt und schon ist die junge Familie in der Krise.
Vera drängt Paul: das ist DEIN Fall! Anfangs hat Paul Angst entgegen dem ausdrücklichen Willen seines Sozius´, der die Kanzlei bei der zahlungskräftigen Industrie und nicht deren Opfer etablieren will, Klage gegen den Pharmahersteller einzureichen. Doch das Schicksal seiner Tochter lässt ihn den mutigen Kampf gegen einen übermächtigen Gegner aufnehmen...